Welche Rolle können Ehrenamtliche bei Ablehnungen im Asylverfahren spielen?

Auch das gehört zur ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit: Asylanträge werden abgelehnt, Abschiebungen stehen an. Auch in diesem so schwierigen und für alle Beteiligten belastenden Abschnitt können ehrenamtlich Tätige Geflüchteten hilfreich zur Seite stehen.
 

Zum einen muss den Geflüchteten frühzeitig klar sein, wie kurz oft die für eventuelle Rechtsmittel zur Verfügung stehende Zeit ist. Im Falle einer Ablehnung des Asylantrages, ist dringend dazu zu raten, dass ehrenamtliche Unterstützer*innen sich an hauptberufliche Migrationsberatungsstellen der freien Wohlfahrtsverbände oder an entsprechend spezialisierte Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen wenden, um in der gebotenen (kurzen) Zeit das Richtige zu tun.
 

Schließlich spielen Ehrenamtliche eine große Rolle bei der Begleitung von Petitionen und Härtefallanträgen gegenüber den zuständigen Landesbehörden.
 

Die Menschen, die teilweise seit vielen Jahren vor Ort mit den betroffenen Geflüchteten leben und arbeiten (Lehrer*innen, KITA-Mitarbeiter*innen, Arbeitgeber*innen, Nachbar*innen etc.) sind oft die glaubwürdigsten Fürsprecher*innen, wenn es um die Beurteilung der Integrationsleistungen von Flüchtlingsfamilien geht. Es lohnt sich, dies gegenüber den Behörden in einem Schreiben zum Ausdruck zu bringen. Dies ist oft die letzte Chance, die bleibt.
 

Aber: Nicht jedes Engagement hat am Ende Erfolg! Wer im Migrationsbereich engagiert ist, muss sich von Beginn an damit auseinandersetzen, dass zu dieser Arbeit auch Enttäuschungen und – so empfundene – „Niederlagen“ gehören. Es gibt nicht nur Anerkennungen in Asylverfahren und nicht nur freiwillige Ausreisen im Falle der Ablehnung, sondern eben auch die Erfahrung von Abschiebungen.   

Es liegt in der Natur dieser Verfahren, dass, wenn alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind und auch Petitionen und Härtefallanträge keinen Erfolg hatten, am Ende auch eine zwangsweise Abschiebung stehen kann.
 

Ein Rezept, wie man sich dafür wappnen oder damit umgehen kann, gibt es nicht. Man sollte sich aber von dieser Realität nicht abschrecken lassen, diese wertvolle und so wichtige Arbeit im Flüchtlingsbereich aufzunehmen.
 

Man muss sich nur selbst gegenüber zu jedem Zeitpunkt sagen können, dass man alles Mögliche unternommen hat, um dem Anliegen des Betreuten Gehör zu verschaffen und ihm zu ermöglichen, in jedem Verfahrensabschnitt informierte Entscheidungen zu treffen.
 

Wer das von sich sagen kann, der hat alles richtig gemacht!   

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