Sich ausdrücken steht über dem Grammatiklernen

Sie mögen denken, dass man jeden Fehler in jeder Phase des Spracherwerbs korrigieren muss. Schließlich ist es wichtig, dass man von Anfang an richtiges Deutsch lernt. Die aktuelle Methodik des Fremdsprachenlernens sieht die Sprache als Handlung, mit der die Lernenden sich und ihre Bedürfnisse ausdrücken. Die Grammatik ist hierbei ein Werkzeug, mit dessen Hilfe Lernende sprachliche Ziele erreichen. Besonders für Geflüchtete ist es wichtig, sich auszudrücken und sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden: Es ist wichtiger, dass sie nach dem Weg fragen können, als zu wissen, dass „mir“ ein Personalpronomen in der ersten Person Singular Dativ ist.

  • Antworten Sie auf einzelne, einfache Fragen, aber verweisen Sie bei komplizierten Fragen immer auf die Lehrkraft im Integrationskurs.
  • Bei Fragen zur Grammatik, die in ihrer Erklärung viel zu kompliziert sind, verweisen Sie auf einen späteren Zeitpunkt im Fremdspracherwerb.
  • Sollten Sie mal eine Frage nicht beantworten können, dann haben Sie keine Scheu, das zu äußern. 
  • Sie können die Geflüchteten auf Materialien zum Grammatiklernen hinweisen, die sie anregen, grammatikalische Strukturen selbst zu entdecken oder sie mit den Regeln ihrer eigenen Muttersprache zu vergleichen. Solches Material finden Sie in fast jedem Lehrwerk.

Umgang mit Fehlern und Korrekturen ist ein sehr heikles Thema. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir auch immer Menschen korrigieren – denn „Irren ist menschlich“, oder? 

Sie als ehrenamtliche Sprachbegleiter und Sprachbegleiterinnen sind sehr wichtig für den ersten Kontakt der Geflüchteten mit der Sprache. Trainieren Sie mit den Geflüchteten das Sprechen und Hören, üben Sie gemeinsam den Wortschatz und vermitteln Sie lebendige Kultur – die systematische Sprach- und Grammatikvermittlung aber muss im Rahmen der Integrationskurse von ausgebildeten Fachkräften übernommen werden.  


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