Genauso wichtig wie jede finanzielle und organisatorische Unterstützung ist, was die Menschen selbst zum Erfolg ihres Reintegrationsprozesses beitragen können. Daher sollte ein Schwerpunkt auf das gelegt werden, was sie bereits können, wo sie Erfahrungen haben und wie diese noch auszubauen sind. Hierfür wurde der sogenannte Stärkenatlas entwickelt. Kultursensibel und ressourcenorientiert hilft er dabei, vorhandene Stärken zu finden, und so einerseits das Selbstbewusstsein zu fördern und andererseits berufliche Perspektiven (für die Zeit nach der Rückkehr ins Herkunftsland) zu eröffnen. Auf der Internetseite des Deutschen Volkshochschul-Verbandes sind dieser Stärkenatlas und Tipps zur Verwendung zu finden. Sie können sich hier einen Einblick verschaffen und nach Möglichkeiten mit der Person, die Sie unterstützen, den Atlas gemeinsam durcharbeiten.

Hieran anknüpfend ist die allgemeine Bedeutung von Bildung in diesem Kontext zu betonen. Alles, was die Rückkehrer*innen im Aufnahmeland lernen und sich erarbeiten, können sie als Erfolg verbuchen und es kann ihnen einen wesentlichen Vorteil im Prozess der Reintegration ermöglichen. Ein Projekt des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, das sich der Aus- und Weiterbildung von rückkehrinteressierten Geflüchteten widmet, ist “Bildungsbrücken bauen”. Das Bildungsangebot richtet sich an den Stärken der Teilnehmenden sowie den Bedarfen der Arbeitsmärkte in den Herkunftsländern aus. Die Kurse sind niedrigschwellig und ohne Progression, so dass ein Ein- und Ausstieg jederzeit möglich ist. Mögliche Themenfelder sind zum Beispiel: Pflege, Kochen, Nähen, Tourismus, EDV, Buchführung, Holz- und Metallarbeit, Elektrik, Erneuerbare Energien und Landwirtschaft. Die Kurse werden an mehreren Standorten von den Volkshochschulen angeboten.

“[Es] ist unser Ziel, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Bildungsmaßnahmen sich immer lohnen, auch wenn sie angesichts der persönlichen Umstände unserer Teilnehmenden sehr kurz andauern. Die Vorbereitung auf die Rückkehr und die eigene Perspektive nach der Rückkehr sind zentrale Punkte unserer passgenauen individuellen Weiterbildungsangebote. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Bildungsarbeit Anstöße geben, die eine im idealen Fall persönliche wie auch berufliche Bildung unserer Teilnehmenden umfassen und die sich auch in der Zeit nach der Rückkehr fortsetzen lassen.” Radka Lemmen, Bildungsmanagement und Projektleiterin an der vhs Meppen


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