Wer erzählt unsere Geschichte? Und wie?

“Wir sind nicht die einzigen Autoren unserer Geschichten.” Winslade/Monk 1999


Diesem Zitat wäre hinzuzufügen: "Aber wir schreiben mit." Das ist erstmal leichter gesagt als getan. Das anzuerkennen, ist jedoch wichtig. Es braucht möglicherweise ein wenig Übung, um solch einen anderen Blick auf eine (beziehungsweise auf die eigene) Situation zu werfen. Im sogenannten “narrativen Therapieansatz” wird auf eine Weise vorgegangen, von der man in diesem Kontext etwas lernen kann.


Phasen des narrativen Ansatzes

  • Die Problemsättigung: Es ist recht wahrscheinlich, dass Menschen in dem hier behandelten Kontext auf die Probleme und negativen Aspekte ihrer Situation fokussiert sind. Sich klar zu machen, dass das nicht unbedingt eine objektive Realität, sondern der eigene, möglicherweise verzweifelte Blick auf die Situation ist, kann ein erster Schritt sein.
  • Die Problembenennung: Als nächstes kann man gemeinsam mit der betroffenen Person versuchen, ihre Probleme klar zu benennen. Das fördert die Fokussierung und kann der Person das Gefühl der Kontrolle geben.
  • Die Problemexternalisierung: Es ist davon auszugehen, dass die äußeren Umstände einen erheblichen, vermutlich sogar ganz entscheidenden Einfluss auf die Situation der Person haben. Konflikt, Krieg, Flucht, Asylrecht, Rassismus und vieles mehr. Das nochmal zu benennen, kann helfen, die Person selbst von der Schwere der (Haupt-)Verantwortung gegenüber ihrer Situation zu entlasten.
  • Die Problembewältigung: Wenn eine Person davon berichtet, wie gewisse Probleme ihr Leben beeinflusst haben oder noch beeinflussen, kann man versuchen zu sehen, an welcher Stelle und wie die Person es bereits geschafft hat, mit diesen Probleme umzugehen, und trotz der Probleme gewisse Erfolge aufzuweisen hat.

Die Ereignisse, in denen eine Person ihre Probleme (zum Teil) bewältigt oder einen Umgang damit gefunden hat, können wiederum genau benannt und analysiert werden. So kann man einen anderen Blick auf die (eigene) Lebensgeschichte werfen und womöglich positiver und mit einem besseren Selbstbild damit umgehen.

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