Die Regelungen von Handyverträgen sind Verbraucher*innen häufig nicht bekannt oder nicht vollumfassend verständlich. Zusätzlich werden sie nicht immer offen dargelegt. Darüber hinaus führen offensive Verkaufsstrategien zu ungewollten Vertragsabschlüssen oder teuren Zusatzkosten. Mündliche Versprechungen im Handyshop werden zudem häufig nicht vertraglich festgehalten.

Zu beachten ist auch, dass eine Kündigung des Vertrags vor Ende der Laufzeit zu hohen Schadensersatzforderungen über die restlichen Grundgebühren führen kann. 


Tipps für den Vertragsschluss

Verbraucher*innen sollten sich vor dem Vertragsschluss folgende Fragen stellen und sie beantworten können:   

  • Welche monatlichen Kosten entstehen? 
  • Welche Laufzeit hat der Vertrag? Verlängert er sich automatisch?  
  • Wann kann der Vertrag erstmals gekündigt werden? 
  • Für welche Netze gilt die Flatrate? 
  • Wie viele Freiminuten gibt es? 
  • Welches Datenvolumen ist enthalten? Reicht es aus? 
  • Sind Auslandsoptionen verfügbar? 
  • Kommt Prepaid als Alternative in Frage? 

Es ist empfehlenswert, den Vertrag nicht gleich im Laden zu unterschreiben und eine Person mitzunehmen, die beim Lesen und Schreiben unterstützen kann.

Seit dem 1. Dezember 2021 müssen Telekommunikations-Anbieter neue Kund*innen über die wichtigsten Inhalte eines Vertrags informieren. Diese Zusammenfassung sollten sich Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten in jedem Fall schriftlich geben lassen und mit einer Vertrauensperson durchgehen. Mehr dazu finden Sie auf den Seiten der Verbaucherzentrale auch in leichter Sprache! Außerdem in leichter Sprache: Nützliche Infos zur Wahl des passenden Handytarifs. 


Drittanbietersperre 

Abofallen bei der Nutzung eines Smartphones werden unter anderem durch das Anklicken von Werbung ausgelöst. In diesem Fall können ungewollte Verträge mit dritten Anbietern zustande kommen, indem man z. B. unachtsam auf den Button "Kaufen" klickt. Auf der Handyrechnung wird dann nach Vertragsschluss monatlich eine feste Summe abgebucht.  

Was soll man in diesem Fall tun? Zuerst muss man den Abo-Betreiber finden und das Abo stoppen. Den Betrag kann man möglicherweise vom Abo-Betreiber und Mobilfunkanbieter zurückfordern. 

Tipp: Jeder Mobilfunkanbieter muss auf Wunsch eine Drittanbietersperre einrichten. Eine Abrechnung über die Handyrechnung ist dann nicht mehr möglich. 

Interaktive Musterbriefe und Vorlagen zur Einrichtung einer Drittanbietersperre fürs Handy erhalten Sie hier.