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Veröffentlicht 2024, aktualisiert am 01.02.26, OER-Lizenz CC BY-SA (Öffnet in einem neuen Tab)
Die eigene Rolle
Mit einer bestimmten Position innerhalb von Gesellschaft, Familie oder einer Organisation sind wiederum bestimmte Normen und Erwartungen verknüpft. Einzelne Rollen genauer zu betrachten, hilft dabei, menschliches Verhalten in einem bestimmten Kontext zu analysieren und zu verstehen, sowie zu begreifen, wie Gemeinschaft und Gesellschaft funktionieren.
Überlegen Sie: Welche Rollen nehmen Sie in Ihrem Leben ein? Denken Sie an verschiedene Kreise, in denen Sie sich bewegen. Notieren Sie die verschiedenen Rollen, die Ihnen einfallen. Das kann zum Beispiel so aussehen:
Ein Beispiel für eine Auflistung von Rollen:
Sehen Sie sich anschließend Ihre Liste noch einmal genau an. Sie werden bemerken, dass es ganz unterschiedlich ist, wie wir zu unseren Rollen kommen. Es gibt Rollen, die uns zufallen, sowie solche, die wir „erwerben“, oder Rollen, die uns zugeschrieben werden. Manche Rollen sind ablegbar, andere nicht.
Der Begriff der sozialen Rolle ist besonders geprägt vom Soziologen Ralf Dahrendorf (Öffnet in einem neuen Tab). Er stellte fest, dass die soziale Rolle mit Rechten und Pflichten verknüpft ist. Menschen möchten diese Verteilung entweder aufrechterhalten oder verändern. Dies wiederum sorgt für Konflikte innerhalb einer Gesellschaft. Wenn Menschen die ihnen zugeschriebenen Erwartungen infrage stellen und ihre Rolle verändern wollen, zeigt sich zugleich aber auch der positive Effekt von Konflikten: die ausschlaggebende Kraft für sozialen Wandel.
Rollenkonflikte
Erwartungen und Anforderungen an Rollen im (ehrenamtlichen) Alltag können miteinander in Konflikt stehen. Lesen Sie die Beispiele. Man unterscheidet zwischen:
Inter-Rollen-Konflikt
Intra-Rollen-Konflikt
Neben Inter- und Intra-Rollen-Konflikten gibt es auch noch Rollenkonflikte, die sich daraus ergeben, dass die Erwartungen und Anforderungen einer bestimmten Rolle im Widerspruch stehen zu den persönlichen Werten einer Person. Lesen Sie das Beispiel und überlegen Sie: Haben Sie ähnliche Situationen erlebt?
Beispiel „Elif“
Anforderungen und Erwartungen
Wie oben schon erwähnt, ist die soziale Rolle eines Menschen mit diversen Erwartungen an diese Person verbunden. In der Regel ist es der Person nicht möglich, alle diese Erwartungen zu erfüllen. Diese Tatsache kann zu schwierigen Situationen und Konflikten führen.
Überlegen Sie:
Welches Gefühl stellt sich ein, wenn eine Erwartung, die Sie an einen Menschen haben, nicht erfüllt wird?
Die genannten Gefühle wirken wiederum auf die Person, die eine Erwartung nicht erfüllen konnte oder wollte. Konkret kann das beispielsweise bedeuten, dass eine Enttäuschung des Gegenübers „auszuhalten“ ist. Hilfreich könnten in dieser Situation folgende Vorgehen sein:
- Gehen Sie in den Austausch und klären Sie gegenseitige Erwartungen.
- Erläutern Sie Ihre Situation und möglicherweise Ihr Dilemma.
- Begründen Sie, warum Sie eine Erwartung nicht erfüllen können oder wollen.
- Überlegen Sie, ob Sie Alternativen anbieten können.