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Veröffentlicht 2025, aktualisiert am 01.02.26, OER-Lizenz CC BY-SA (Öffnet in einem neuen Tab)
Diversitätskompetenz
Es gibt je nach Bereich verschiedene Definitionen darüber, was Diversitätskompetenz bedeutet. Eines haben die Definitionen in der Regel gemeinsam: Ohne Diskriminierung auf andere zugehen. Mit anderen Worten beinhaltet Diversitätskompetenz den Willen, meinem Gegenüber ohne Vorurteile und mit Wertschätzung zu begegnen. Es ist in erster Linie eine Entscheidung und die Neugier, mehr über Verschiedenheiten und Perspektiven zu lernen.
Ich werde diversitätskompetent, indem ich mehr über andere Lebensrealitäten und Perspektiven lerne und diskriminierungssensible Räume schaffe.
Wir alle sind mit der Perspektive unserer Gesellschaft groß geworden und den dazugehörigen Normen und Bewertungen. Durch diese Normen und Bewertungen entstehen bestimmte Bilder, die eine Hierarchie von Merkmalen beinhalten – also festlegen was schlecht, gut und besser ist. Diese Bilder sind die „Filter", durch die wir unsere Welt sehen. In der Praxis wirken sich diese Filter in Diskriminierungen aus. Meistens unterbewusst, da wir von Klein auf mit diesen Bildern aufgewachsen sind. Im schlimmsten Fall jedoch bewusst und mit der mentalen Konstruktion „der Anderen“, die vermeintlich einem feindselig gegenüberstehen oder was Böses wollen. Unreflektiert kann sich das in gewaltvolle Sprache oder sogar gewaltvolle Handlungen gegen diese „andere Gruppe“ entwickeln.
Es gibt Möglichkeiten, unsere Sicht zu erweitern und über unsere Filter hinaus die Realität unseres Gegenübers zu sehen. Unsere Perspektive ist nur eine Weise, die Welt zu sehen und sie ist relativ einseitig. Weitere Perspektiven erweitern unser Wissen über die Welt und uns selbst. Wie werde ich diversitätskompetent und kann Diversität leben?
Drei Schritte zur Diversitätskompetenz
1. Bewusstwerdung
2. (Um)lernen
3. Veränderung
Gerade im Ehrenamt treffen wir auf die unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. Dabei ist in erster Linie wichtig, sich immer zu erinnern, dass der Mensch mir gegenüber auch Gefühle und Bedürfnisse hat, wie ich. Ich kann menschlich auf die Person eingehen, sensibel Fragen stellen und ihre Perspektive wertschätzen. Meine Neugier steht nicht über dem Wohlbefinden der anderen Person. Sollte ich weitere Fragen haben, kann ich mich anders weiter informieren, statt die Person in eine unangenehme Situation zu bringen.
Weiterführende Materialien
Sie möchten diese Thematik vertiefen? Wir empfehlen Ihnen diese Dokumentarfilme:
- Gebrandmarkt: Die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika (Öffnet in einem neuen Tab)(Netflix Dokumentarfilm, 2023)
- Menschen ausgestellt im Zoo – Das dunkle Kapitel Völkerschauen (Öffnet in einem neuen Tab)(NDR, 2021)
- Entkolonisieren (Öffnet in einem neuen Tab) (ARTE Dokumentarfilm 3 Teile, 2019)