Aus Aleppo in die Türkei

Ehrenamtsportal: "Wie lief das Verfahren ab und wie haben Sie den Ablauf des Verfahrens empfunden? (Gab es Hürden? Wie lange dauerte es? Wie war der Umgang mit den Behörden?)"

Astrid: "Kurz gesagt war das Verfahren so, dass wir zufällig von einem Freund den Tipp bekommen haben, wie man über das Internet den Familiennachzug beantragt. Hany hatte Anfang 2016 einen Termin in einer Botschaft in der Türkei gemacht. Kurz danach wurde die Einreise dorthin visumspflichtig. Als der Termin anstand, gab es de facto für syrische Staatsbürger*innen keine Möglichkeit mehr, in die Türkei einzureisen. 

Das Ganze wurde sowohl von der finanziellen, als auch von der nervlichen Belastung her immens: Wir haben über die sozialen Medien und bei Veranstaltungen Geld gesammelt, um wenigstens einen Teil der Kosten abzufangen. Dazu kam, dass das Jobcenter Probleme machte, wenn Hany seiner Familie von dem Geld schicken wollte - was er sich hier eisern vom Mund abgespart hatte. Man sagte ihm, das Geld, das er hier bekommt, sei schließlich für seinen Lebensunterhalt. Wenn er es nicht (für sich) brauche, dann brauche das Jobcenter es ihm ja nicht zu geben.

In der Türkei gibt es eine Organisation, die für die Familie wirklich hilfreich war. Aber hier gab es überhaupt keine Unterstützung.

An Weihnachten 2016 saßen wir mit unserem Freund zusammen – im Warmen – und wussten, dass seine Frau mit den Kindern in Aleppo auf eine Möglichkeit wartete, in die Türkei zu kommen, während Russland die Offensive auf Ost-Aleppo startete.

Im neuen Jahr war es dann wie ein Wunder: Erdogan erlaubte einem Kontingent von Menschen aus Aleppo die Einreise in die Türkei. Es gab plötzlich diese Nummer auf Hanys Handy und am 17. März 2017 konnten wir Hanys Frau und die beiden Kinder am Frankfurter Flughafen abholen."

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