Der mehrsprachige Alltag

Ehrenamtsportal:  Wie heißen Sie? Woher kommen Sie?   

Francesca S.:  Ich heiße Francesca S. und komme aus Italien, dort bin ich geboren und aufgewachsen. Seit achtzehn Jahren lebe ich in Deutschland.

Ehrenamtsportal: Welche Sprachen sprechen Sie?   

Francesca S.: Italienisch, Deutsch und Englisch.  

Ehrenamtsportal: Wo und wann haben Sie Deutsch gelernt?  

Francesca S.: Ich habe im Studium angefangen, Deutsch zu lernen, und zwar an der Universität in der Stadt aus der ich komme. Dort habe ich Sprach- und Literaturwissenschaften studiert.  

Ehrenamtsportal:  Welche Sprachen sprechen Ihre Kinder? Welche Sprachen werden in der Familie gesprochen?   

Francesca S.: Meine Kinder sind jetzt 9 und 6 und sprechen Italienisch und Deutsch, momentan beide Sprachen gleich gut, würde ich sagen. Zu Hause sprechen wir beide Sprachen, wobei ich Italienisch mit den Kinder spreche und meistens Deutsch mit meinem Mann. Die Kinder wiederum sprechen auf Italienisch zu mir und auf Deutsch zum deutschsprachigen Papa: Sie wissen ganz genau, wer welche Sprache spricht. Untereinander sprechen sie meistens Deutsch. Ich glaube, es liegt daran, dass sie sich einfach als „Kinder“ wahrnehmen und mit den Kindern sprechen sie meistens Deutsch. Eine Ausnahme ergibt sich, wenn sie zum Beispiel „Haus am Meer“ spielen, also wenn das Spiel Italien als Setting hat.   

Ehrenamtsportal: Klingt spannend. Wie sieht ein Gespräch am Mittagstisch aus?   

Francesca S.: Wir haben uns für den Ansatz „Eine Person, eine Sprache“ entschieden, das fühlte sich von Anfang an für uns natürlich an. Jeder Elternteil spricht die eigene Muttersprache mit den Kindern. Es ist bei uns relativ unkompliziert, da ich Deutsch verstehe und fließend spreche und mein Mann Italienisch gut versteht und mittlerweile ganz gut spricht: Wir wissen immer, worum es im Gespräch geht. Diese Sprachen vermischen sich im Alltag - vor allem am Tisch – aber ich bleibe die Bezugsperson für Italienisch und mein Mann für Deutsch, obwohl er zwischendurch einen Satz auf Italienisch sagt oder ich einen auf Deutsch. Es funktioniert.  

Ehrenamtsportal: Und wenn andere Kinder zu Besuch kommen?

Francesca S.: Oh, dann wird’s lustig: Ich möchte nicht, dass sich die Freunde meiner Kinder ausgeschlossen fühlen und sage dann immer alles zweimal: Auf Italienisch und auf Deutsch. Wenn ich alle Kinder anspreche, sage ich den Satz erstmal auf Deutsch und dann spreche ich meine Kinder direkt an und wiederhole den Satz auf Italienisch. Spreche ich meine Kinder direkt an, sage ich den Satz zuerst auf Italienisch und wiederhole dann für die anderen auf Deutsch, damit sie wissen, worum es geht. Und wenn die Kleinen dann fragen: “Was heißt das?“ dann erkläre ich das. Oder wenn sie fragen: „Warum sprichst du mit … Italienisch?“ beantworte ich einfach die Frage.   Genauso gehe ich übrigens auch vor, wenn wir mit Menschen, Freunden, Bekannten sind, die mich und die Kinder nicht verstehen können. Am liebsten soll sich niemand ausgeschlossen fühlen. Es ist gewöhnungsbedürftig, aber das hat sich bewährt. Mittlerweile kennen manche Kinder, Eltern und Erzieher*innen das eine oder andere italienische Wort. Genauso wie ich und meine Kinder das eine oder andere Wort auf Griechisch oder Türkisch oder Spanisch kennen. Das ist doch toll!  

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