Weiterhin kommt diese Anerkennung in folgenden Fällen in Frage:  

  • bei nach der Flucht nach Deutschland selbstgeschaffenen Nachfluchtgründen (wie politische oder journalistische Aktivitäten oder Religionswechsel),
  • bei einer Verfolgung durch sogenannte nichtstaatliche Akteure (also etwa durch eine Bürgerkriegspartei)
  • oder bei geschlechtsspezifischer Verfolgung


Wichtig! Nicht jede negative staatliche Maßnahme – selbst wenn sie an eines der genannten persönlichen Merkmale anknüpft – stellt eine asylrelevante Verfolgung dar. 

Es muss sich vielmehr einerseits um eine gezielte Rechtsverletzung handeln, andererseits muss sie in ihrer Intensität darauf gerichtet sein, die Betroffenen aus der Gemeinschaft auszugrenzen. Schließlich muss es sich um eine Maßnahme handeln, die so schwerwiegend ist, dass sie die Menschenwürde verletzt und über das hinausgeht, was Bürger*innen des jeweiligen Staates ansonsten allgemein hinzunehmen haben. 

Berücksichtigt wird grundsätzlich nur staatliche Verfolgung, also Verfolgung, die vom Staat ausgeht. Ausnahmen gelten, wenn die nichtstaatliche Verfolgung dem Staat zuzurechnen ist oder die nichtstaatliche Verfolgung selbst an die Stelle des Staates getreten ist (quasistaatliche Verfolgung). 

Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Hunger, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind damit als Gründe für eine Asylgewährung gemäß Artikel 16a GG grundsätzlich ausgeschlossen, da diese ein allgemeines Risiko für alle Bewohner*innen des Landes darstellen und nicht als individuelle Verfolgung gelten.      

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