Nach einer Phase der Beruhigung kam es ab dem Jahr 2011 mit dem beschleunigten Abzug der Amerikaner zu einer erneuten Eskalation. Die Zentralregierung in Bagdad, die von Schiiten dominiert und vom benachbarten schiitischen Iran maßgeblich beeinflusst wurde, band die Sunniten nicht in die Regierung mit ein. Eine Folge davon war der Siegeszug des „Islamischen Staates“ (IS) ab dem Sommer 2015 in den sunnitischen Gebieten. Die Islamisten konnten erst kurz vor Bagdad gestoppt werden. Diese Kämpfer des IS, in deren Reihen sich viele ehemalige Offiziere Saddam Husseins befanden, setzten die Tradition der Vernichtungspolitik im Irak fort: Sie griffen die kleine religiöse Gruppe der Yesiden an, wobei sie viele Männer töteten und viele Frauen versklavten. Der militärische Erfolg des IS ab 2015 stand außerdem in engem Zusammenhang mit der Eskalation des Krieges in Syrien. Dort konnte der IS ebenfalls weite Gebiete erobern und kontrollieren. Im Jahr 2017 endete mit der extrem blutigen Rückeroberung der nordirakischen Millionenstadt Mosul, die als zeitweilige Hauptstadt des IS gedient hatte, die Kontrolle der IS-Kämpfer über größere irakische Territorien.

Diese anhaltenden Konflikte und Gewalterfahrungen bewirken, dass Irakerinnen und Iraker seit Jahrzehnten ihr Land verlassen. Unser Experte Dr. Oliver M. Piecha erzählt uns mehr über die verschiedenen Fluchtgenerationen, die sich dadurch auch innerhalb von Familien gebildet haben: 

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