Warum ist die nigerianische Gesellschaft durch Misstrauen geprägt?

Nigeria ist der achtgrößte Erdölexporteur weltweit. Doch trotz seiner bemerkenswerten demokratischen Fortschritte kennzeichnet nach wie vor der Kampf um die Verteilung des Erdölreichtums und Geldes die nigerianische Gesellschaft. In Nigeria leben 250 ethnische Gruppen mit sehr ausgeprägten sozioökonomischen, kulturellen und religiösen Identitäten, die um die Macht und die Nutzung der Reichtümer konkurrieren. Großes Misstrauen untereinander prägt die Menschen und deren Zusammenleben. Diese Verschiedenheit entlädt sich regelmäßig in gewaltsamen Konflikten, die Leben kosten und Menschen ihrer Lebensgrundlagen berauben. Zwischen nigerianischen Frauen und Männern, die in Europa oder Deutschland leben, spielt dieser Aspekt aber eher eine untergeordnete Rolle.

Das Land wird als eines der korruptesten der Welt wahrgenommen. Die regionalen Eliten halten sich durch ein ausgeklügeltes Patronage-System an der Macht und die Zentralregierung in Schach und missbrauchen die öffentlichen Kassen für ihre Eigeninteressen. Nigerianische Politiker*innen gelten als die bestbezahltesten der Welt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in Nigeria überschwänglicher Reichtum und bittere Armut anzutreffen sind. Die Großstadt Lagos im dynamischen Süden ist eine Weltmetropole, im traditionellen Norden dagegen finden die Menschen keine ausreichende Ernährung.  

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