Wie sind die politischen Verhältnisse in Nigeria?

Die Wahl des Präsidenten und des Parlaments 2015 gilt als Geburtsstunde der Demokratie in Nigeria. Es war der erste friedliche Machtwechsel einer Zivilregierung in der kurzen und turbulenten Geschichte dieses jungen Landes. Und das gibt Anlass zur Hoffnung!
Das Land, dessen Grenzen einstmals von den Kolonialmächten künstlich gezogen wurden und damit historisch gewachsene Gesellschaften zerteilten, wurde 1960 von Großbritannien unabhängig. Seit der Unabhängigkeit Nigerias stritten Offiziere und Putschisten um die Macht. Die kurze Geschichte des Staates Nigeria verzeichnete sieben Umsturzversuche, vier Militärdiktaturen und drei gescheiterte zivile Regierungen. Von 1967 bis 1970 kostete ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der nach Unabhängigkeit strebenden Region im Südosten und der Zentralregierung 3,5 Millionen Nigerianer*innen das Leben. Die meisten Opfer waren Kinder. Dieser Konflikt, den wir auch unter dem Namen Biafra-Krieg kennen, schwelt weiterhin, denn es geht dabei vor allem um die Verteilung der großen Erdölvorkommen Nigerias im Delta des Flusses Niger und des Golfs von Guinea. Selbsternannte Milizen, die von lokalen Machthaber*innen unterstützt werden, erpressen weiterhin Schutzzahlungen von der Zentralregierung sowie von Unternehmen. Entführungen und Überfälle gehören auch heute zum Alltag der Menschen im Niger-Delta. 

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