Durch die Blume oder klipp und klar – Direkte und indirekte Kommunikation

Vielleicht hatten Sie in Gesprächen mit Geflüchteten schon einmal das Gefühl, dass sie aneinander vorbeireden? Haben Sie sich gewundert, dass sie auf Frage nach Kritik keine oder nur zustimmende Antworten bekommen haben? Oder Sie wundern sich, dass ein Geflüchteter nicht zum Behördentermin kommt, obwohl er vorher „Ja“ gesagt und nicht abgesagt hat? 

Menschen unterscheiden sich darin, wie direkt oder indirekt sie über Dinge sprechen und wie sie Konflikte lösen. 


Direkte Kommunikation

Menschen, die direkt kommunizieren, versuchen so genau wie möglich zum Ausdruck zu bringen, was sie denken. Sie benutzen Wörter, um eine Nachricht zu übermitteln. Das Hauptziel von direkter Kommunikation besteht darin, möglichst effiziente und klare Informationen zu geben und zu bekommen. Menschen, die direkt kommunizieren, wertschätzen oft Ehrlichkeit und glauben, dass es besser ist, dass man das sagt, was notwendig ist. Sie finden es in Ordnung “nein” zu sagen und offen über Wünsche und Gefühle zu sprechen.        

Was ist noch charakteristisch für direkte Kommunikation? 

  • Direkte Kommunikation hat wenig Interpretationsspielraum: Ein „nein“ ist ein „nein“; „ja“ ist ein „ja“. 
  • Andeutungen oder Anspielungen werden kaum wahrgenommen.
  • Beim Gespräch wird das Hauptthema zügig angesprochen („Komm mal zum Punkt!“). · Kritik gilt als Zeichen von Sachverstand.
  • Konflikte werden von Angesicht zu Angesicht und ohne Vermittler geklärt.   


Indirekte Kommunikation

Menschen, die indirekte Kommunikation verwenden, sagen oft nicht direkt, was sie denken. Sie übermitteln nicht nur durch Wörter, was sie sagen wollen, sondern verwenden Anspielungen, Unter- und Übertreibungen, Geschichten und beziehen den Kontext der stattfindenden Kommunikation mit ein. Die Kommunikation ist dadurch oft mehrdeutig und die Bedeutung liegt „zwischen den Zeilen“.   

Was ist noch charakteristisch für indirekte Kommunikation? 

  • Mehrdeutigkeit - „Ja“ kann „Vielleicht“ oder sogar „Nein“ heißen und umgekehrt.
  • Wichtiges kommt häufig zum Schluss, nicht zuerst.
  • Kritik wird oft nicht offen geäußert, sondern beispielsweise durch Pausen an bestimmten Stellen mitgeteilt.
  • Bei Konflikten werden dritte Personen als Vermittlung eingesetzt.
  • Sensibles Überzeugen des Anderen mit der Möglichkeit des “Gesicht-Wahrens”.   
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