Identität und Heimat

Kultur regelt nicht nur Verhaltensweisen, sondern vermittelt Menschen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit. Wenn wir über Integration sprechen, sprechen wir auch gleichzeitig über Identität und Heimat. Ziel ist es Geflüchtete und MigrantInnen nicht als „fremd“ und „anders“ zu verorten, sondern Toleranz und Freiräume zu schaffen für unterschiedliche Identitätsentwürfe und diese auch anzuerkennen, ganz nach dem Motto „Leben und Leben lassen“. 

Journalistin Khuê Pham: „Ich werde oft gefragt, woher ich komme; meist ist es eine der ersten Fragen, die anderen einfällt. Viele fragen aus Neugier. Sie wollen verstehen, warum eine asiatisch aussehende Frau Deutsch spricht wie sie. Manche nicken, wenn ich sage: Ich komme aus Berlin. Doch für viele passt die Aussage nicht zu meinem Aussehen. Wenn Sie immer weiter bohren, (…), scheinen sie es zu tun, weil sie in mir eine Asiatin sehen und keine Deutsche. Dass ich mich anders beschreibe dringt nicht durch. (…) Ich war mit dem Gefühl aufgewachsen, dass uns die Deutschen misstrauten. [Immer wieder] dachte ich: Egal, wie sehr du dich anstrengst, sie werden dich immer als Ausländerin sehen.“


Mesut Özil über seine Wahrnehmung als Deutsch-Türke: "Nur ich werde so bezeichnet. Bei Sami Khedira sagt keiner 'der Deutsch-Tunesier' oder bei Lukas Podolski und Miroslav Klose 'der Deutsch-Pole'. Viele vergessen, dass ich in Gelsenkirchen geboren wurde, in Deutschland aufwuchs". Der Sohn türkischer Eltern bezeichnete es als Glück, in zwei Kulturkreisen groß geworden zu sein. "Als Fußballer kommt es meiner Spielweise zugute", sagte er, und nannte deutsche Disziplin sowie taktische Schulung und türkische Technik als wichtige Einflüsse auf sein Spiel. "Deswegen bin ich stolz, dass ich von beiden Kulturen etwas mitnehmen konnte."   


Sie können von Geflüchteten erwarten, dass sie sich anstrengen, ihren Platz in Deutschland zu finden, dazu gehört das Erlernen der deutschen Sprache, Interesse für Deutschland als neue Heimat, die Suche nach Arbeit und vieles mehr. Bedenken Sie aber auch, dass von Seiten der Aufnahmegesellschaft der Wille vorhanden sein muss, sich für Menschen mit anderen Lebensentwürfen und kulturellen Einflüssen zu öffnen sowie sich zu verändern.


„Eine Nation schafft sich die Einheit, die sie haben möchte.“ (Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin)  


Unterschiedliche Menschen finden unterschiedliche Schlüssel. Ob Kunst, Sport, Musik, Sprache, Arbeit, Humor – unterstützen Sie Geflüchtete dabei, ihren individuellen Schlüssel zur Integration zu finden.   

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