Vorbereitet sein!

“Feldforschungsstudien mit Rückkehrer*innen nach Afghanistan zeigen, dass eine selbstbestimmte Rückkehr, bei der Geflüchtete sowohl den Zeitpunkt als auch die Bedingungen (insbesondere den Grad der erhaltenen Bildung, materielle Absicherung und ggf. die Grundlagen für eine Berufstätigkeit nach der Rückkehr) selber festlegen, am erfolgversprechendsten ist, was die dauerhafte Absicherung von aus Sicht der Rückkehrer*innen angemessenen Lebensverhältnissen betrifft. Im Gegensatz dazu führt die unfreiwillige Rückkehr meist zum Versagen bei der Aufnahme einer ausreichend Einkommen generierenden Erwerbstätigkeit nach der Rückkehr und damit auch bei der Fähigkeit, den Lebensunterhalt im Herkunftsland zu sichern.” (vgl. Grawert 2018)


Weitere Studien kommen hinzu, welche zeigen, dass die psychische Verfasstheit und die gesamte Einstellung gegenüber den Herausforderungen auch im Kontext der Rückkehr ganz entscheidend dafür sind, ob ein Ankommen und eine Reintegration ins Herkunftsland gelingen kann. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Einstellung ist auch die Frage, ob jemand selbst entscheiden kann, wie diese erneute Migrationserfahrung abläuft, und wieviel Spielraum man dabei hat.

Wichtig: Diese Forschungsergebnisse ernst zu nehmen, heißt, aktiv zu werden und den bestehenden Handlungsspielraum wirklich zu nutzen − so klein er auch in einigen Fällen sein mag.


Go and See?

Optimal, auch darauf wird in wissenschaftlicher Literatur immer wieder hingewiesen, wäre ein sogenannter “Go and see”-Visit, also die Möglichkeit, vor der tatsächlichen, langfristigen Rückkehr einen Besuch im Herkunftsland zu organisieren. Dies wäre insbesondere wichtig, um Erwartungen und Realität abzugleichen und eine sinnvolle Einschätzung der Optionen vorzunehmen. In der Regel wird aber ein solcher Besuch nicht umsetzbar sein. Daher empfiehlt es sich, nach Alternativen zu suchen: An erster Stelle stehen dabei sicherlich Gespräche mit Menschen, die sich im Herkunftsland befinden – mit denen stehen die meisten Migrant*innen ja sowieso in Kontakt. Gegebenenfalls können hier nochmals konkret Personen oder Institutionen kontaktiert werden, die einen guten Überblick oder spezifisches Wissen zum jeweiligen Kontext, Berufsfeld, dem Wohnungsmarkt und vielem mehr haben.

Ansprechpartner sind dabei auch die Mitarbeitenden der jeweiligen Institutionen oder Programme, die auch schon bei der Ausreise unterstützen oder mit den unterstützenden Organisationen kooperieren. An erster Stelle steht hier die IOM (Internationale Organisation für Migration) und deren Programm “StarthilfePLUS” (siehe Lektion "Reintegration im Herkunftsland").


Bildung!

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.