Weiter geht's?

Ferhad ist jetzt seit drei Wochen zurück im Irak und hat kürzlich ein Foto von ihm in neuer Arbeitskleidung geschickt. Er sieht glücklich aus, aber Gabi weiß natürlich auch, dass es nur ein Foto ist. Sie meldet sich regelmäßig bei Ferhad und fragt, wie es ihm geht. Da sie in den letzten Monaten und Wochen so viel Zeit damit verbracht hat, Ferhad zu unterstützen, fühlt es sich jetzt seltsam an, nur noch wenig tun zu können. Sie hat viel Zeit und reflektiert auch nochmal den Prozess, bei dem sie Ferhad von Beginn an und im Speziellen nochmals jetzt zum Schluss begleitet hat. Sie blickt kritisch auf das Thema Flucht, findet, die Politik könnte mehr tun und beschließt, sich weiter zu engagieren.


Wenn etwas, in das man viel Zeit und Herzblut investiert hat, dann nicht mehr da ist, können erstmal Fragezeichen entstehen, von denen hier einige kurz angesprochen werden sollen:

Wie kann ich über die Entfernung Kontakt halten?

Am Einfachsten sind sicher Chatprogramme auf dem Handy (WhatsApp und andere). Wie Sie vorher kommuniziert haben, können Sie unter Umständen also weiterhin kommunizieren (zumindest technisch). Darüber lassen sich in der Regel ja auch Sprachnachrichten verschicken (z.T. sicher einfacher als zu telefonieren), auch Videoanrufe sind möglich.

Sollte ich Kontakt halten? Für mich selbst?

Was es für die einzelnen Menschen bedeutet, wieder in ihrem Herkunftsland zu sein, ist nicht vorherzusagen. Und ob sie dann weiterhin Kontakt halten können und wollen, ist auch unklar. Einigen kann es sicher sehr helfen, wenn sie sich regelmäßig austauschen und vielleicht sogar die Entwicklungen in der Jobsuche oder Gründung begleiten, für andere ist ein kurzes Telefonat oder eine Nachricht alle paar Wochen besser. Es kann genauso gut sein, dass es für die Person wichtig ist, sich ganz auf die neue Situation zu konzentrieren und Deutschland “hinter sich zu lassen”. Nehmen Sie das nicht persönlich, verstehen Sie das nicht als Geringschätzung Ihres Engagements. Jede Person reagiert unterschiedlich und es ist wichtig zu verstehen, dass alles neu geordnet werden muss. Was wem gut tut − auch Ihnen selbst − muss man vielleicht einfach erstmal herausfinden.

Was mache ich mit der freigewordenen Zeit?

Menschen, die nach ihrer Fluchterfahrung und bei den alltäglichen Herausforderungen in Deutschland weiterhin Unterstützung gebrauchen können, gibt es nach wie vor. Vermutlich haben Sie genügend Kontakte und Ansprechpartner*innen, falls Sie sich weiterhin in diesem Bereich engagieren wollen. Falls nicht, gibts es in vielen Bereichen etwas zu tun. Bei PRO ASYL oder bei der Diakonie, bei der Caritas oder bei der Tafel e.V. können Sie fündig werden, wenn Sie auf der Suche eines neuen Engagementsfeldes sind.

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