Die Forschung zeigt, dass die Entscheidung darüber, ob Menschen wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren wollen, in erster Linie an den Bedingungen im Aufnahmeland hängt, kurz: Wenn es für sie in Deutschland einigermaßen gut läuft, wollen die Menschen meistens auch bleiben. Ob es gut läuft, wird dabei von vielen Faktoren bestimmt: "Wie und wo kann ich wohnen?", "Darf ich arbeiten, Geld verdienen und für mich selbst sorgen?", "Darf und kann ich mich weiterbilden?", "Ist mein Aufenthalt erstmal gesichert, oder muss ich ständig Angst haben, wieder gehen zu müssen?", "Kann ich mit meiner Familie zusammenleben?"

Es ist aber auch wichtig, wie eine Gesellschaft unabhängig von den rechtlichen Grundlagen mit den Menschen umgeht. Ständiger Verdacht, Zuweisung von Schuld, Diskurse über, aber selten mit Geflüchteten – all das kann sehr belastend und zermürbend sein (vgl. Grawert 2018). Hinzu kommen möglicherweise psychische Belastungen oder sogar traumatische Erfahrungen, etwa von der Flucht.

Allerdings spielt auch die Situation im Herkunftsland eine Rolle. Folgende Fragen können beispielsweise bei Rückkehrenden auftreten: "Würde mir und meiner Familie Gefahr drohen, oder ist die Lage sicher?", "Wie wären die Chancen, erneut Fuß zu fassen?", "Gäbe es Unterstützung oder wäre ich auf mich allein gestellt?" Tatsächlich gibt es einen erheblichen Anteil der Rückkehrer*innen, die eine erneute Wanderung nicht ausschließen. Menschen, die keine Arbeit haben oder sich am Rückkehrort nicht sicher fühlen, sind eher bereit, das Land bzw. die Region wieder zu verlassen.

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