Geringe Schriftkenntnisse bedeuten nicht automatisch den Ausschluss aus Beschäftigung. Rund vier Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren haben mit kurzen und einfachen Texten Probleme und gehen nichtsdestotrotz einer geregelten Arbeit nach. Oft sorgen sie sich jedoch besonders um ihren Arbeitsplatz und sind unsicher im Umgang mit ihren Schwierigkeiten. Genau hier können Mentor*innen im Betrieb anknüpfen: Sie sind Vertrauenspersonen für betroffene Kolleg*innen und können sie im Dialog auf Augenhöhe zur freiwilligen Teilnahme an passenden Lernangeboten motivieren. So lassen sich langfristige Bildungsketten, zum Beispiel durch das regelmäßige Lernen in einem Alphabetisierungskurs oder im vhs-Lernportal, erfolgreich anstoßen. Mentor*innen helfen mit, das Thema zu enttabuisieren und einen konstruktiven Umgang mit Grundbildungsbedarfen im Betrieb zu etablieren. Damit verbessert sich nicht nur die Situation der Kolleg*innen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten, sondern auch das allgemeine Betriebsklima, die Arbeitsqualität und die interne Kommunikation. Diese Verbesserungen kommen letztendlich allen Angestellten im grundbildungssensiblen Betrieb zu Gute. Berufstätigen und interessierten Beschäftigten bietet das Projekt MENTOpro Schulungen und Anknüpfungspunkte, um selbst als Mentor*in aktiv oder sogar zum Kooperationsbetrieb zu werden.