In der LEO-Studie 2018 wird von „gering literalisierten“ Erwachsenen gesprochen: Dies umfasst die Alpha-Levels 1 bis 3. Personen auf dem Alpha-Level 4 erreichen im Lesen und Schreiben zwar die Textebene und zählen daher nicht mehr zu den funktionalen Analphabet*innen. Sie schreiben und lesen auf Satz- und Textebene aber auch bei gebräuchlichen Wörtern immer noch sehr langsam und/oder fehlerhaft. Menschen, die sich auf diesem Alpha-Level befinden, versuchen tatsächlich häufig im Alltag oder im Beruf Lesen und Schreiben zu vermeiden, wenn es geht.


Wenn gar keine Lese- und Schreibkompetenzen vorliegen, spricht man von totalem Analphabetismus. Dieser findet sich nur bei primären Analphabet*innen, also bei Personen, die aufgrund fehlenden Schulbesuchs keinerlei Lese- und Schreibkompetenzen erworben haben. Primärer Analphabetismus ist in Deutschland selten und kommt  fast ausschließlich bei Migrant*innen vor, die aus Ländern mit einem wenig ausgebauten Schulsystem kommen oder bei denen ein regelmäßiger Schulbesuch im Herkunftsland aus verschiedenen Gründen (kulturelle, soziale, ökonomische etc.) nicht möglich war.