Ehrenamtliche Begleitung – Chancen und Grenzen

Möglicherweise werden Sie in Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auf Erwachsene mit Schwierigkeiten im Rechnen (EbSR) aufmerksam werden. Ihr besonderes Vertrauensverhältnis zur Zielgruppe bietet zugleich auch die besondere Chance, diese Schwierigkeiten anzusprechen und Wege zum Rechnenlernen aufzuzeigen. Sie können über Grundbildungsangebote vor Ort informieren, zur Teilnahme ermutigen und bei Rückschlägen und Problemen motivieren, weiter am Ball zu bleiben.

Denken Sie dabei immer daran, dass Erwachsene mit Rechenschwierigkeiten

  • sich aufgrund negativer Erfahrungen oft in einer schwierigen emotionalen Lage dem Mathematikunterricht gegenüber befinden,
  • beim Rechnen Tricks und Kniffe anwenden, die nicht nachhaltig sind, aber dennoch bei der Alltagsbewältigung weiterhelfen,
  • diese Tricks und Kniffe nur aufgeben können, wenn die Vorteile anderer Rechenstrategien verstanden und verinnerlicht wurden,
  • das Rechnen nur dann erlernen können, wenn aufeinander aufbauende Inhalte strukturiert und nacheinander vermittelt werden.

Das macht das Rechnenlernen im Erwachsenenalter weitaus komplexer als das Lesen- und Schreibenlernen. Daher: Wenden Sie sich gemeinsam mit den Menschen, die Sie unterstützen, an ein fachliches Bildungsangebot vor Ort. Achten Sie bei der Auswahl der Kurse auf die Konzepte, die zugrunde liegen. Ein guter Referenzrahmen ist das Konzept Rahmencurriculum Rechnen, das im Deutschen Volkshochschul-Verband speziell für die Erwachsenenbildung entwickelt wurde.

Sie haben etwas über den Hintergrund von Rechenschwierigkeiten im Erwachsenenalter erfahren. Sie sind über die komplexen Prozesse beim Rechnenlernen informiert und wissen um die Herausforderung, betroffene Menschen zu unterstützen, ohne sie zu überfordern. Sie vermeiden weitere negative Lernerfahrungen, indem Sie fachlich fundierte Angebote von Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen vor Ort recherchieren und kontaktieren. Sie verstehen, dass es auf dem Weg zum Rechnenlernen auch Rückschläge geben kann und können als Vertrauensperson die Menschen, die Sie begleiten, zum Weitermachen motivieren.