Aufgabe des Mathematikunterrichts wäre gewesen, die Brücke vom zählenden Rechnen zu nichtzählenden Rechenstrategien zu schlagen.

Dieser Herausforderung wird der Mathematikunterricht nicht immer gerecht. Die Rechenverfahren werden wiederholend geübt, ohne dass die Zusammenhänge grundlegend verstanden werden: Warum setze ich dieses Verfahren ein? Warum so und nicht anders? Warum führt mich diese Strategie, warum führen sogar verschiedene Strategien zum richtigen Ergebnis? Und: Warum lohnt es sich, das zählende Rechnen aufzugeben?

Das frühe Scheitern zieht nachhaltige Konsequenzen für die Zukunft nach sich. Denn: Mathematisches Wissen baut aufeinander auf. Wer sich Zahlen und Mengen nicht vorstellen kann, ist auch mit scheinbar einfachen Grundrechenaufgaben überfordert. Und wer die Grundrechenaufgaben nicht beherrscht, verliert schon in der Grundschule den Anschluss.

Achtung: Lernschwierigkeiten mit einem gesundheitlichen / neurologischen Ursprung im Sinne einer sogenannten Dyskalkulie werden hier nicht gezielt thematisiert, da in diesen Fällen möglicherweise eine fachspezifische Förderung benötigt wird.