Zugänge zur Welt der Sprache und des Lesens werden durch Vorlesen und Erzählen geschaffen. Die spielerische Beschäftigung mit Wörtern und Buchstaben sowie das gemeinsame Eintauchen in Geschichten vermitteln Kindern Freude und Interesse an Sprache und an Texten. Die ersten Lebensjahre sind damit prägend für das ganze Leben und das spätere Leseverhalten. Die Tatsache, ob Klein- und Kindergartenkindern vorgelesen wird oder nicht, spielt also eine große Rolle. Und wird gerade dann, wenn Eltern selber nicht (vor)lesen können, zu einem schwerwiegenden Defizit.


Kinder und Kleinkinder ohne Lese- und Schreibvorbilder sammeln keine präliteralen Erfahrungen und starten mit erschwerten Voraussetzungen in den Schriftspracherwerb. Das geschieht zum Beispiel, wenn ihnen nicht vorgelesen wird oder wenn sie keinen Zugang und Kontakt zu Büchern und Bilderbüchern haben.

Schulalter

Für das Erlernen von Lesen und Schreiben sind wiederum die ersten beiden Schuljahre entscheidend. Wenn der Anschluss früh verloren geht, kommt es zu einem dauerhaften Rückstand, der im normalen Schulalltag nicht mehr eingeholt werden kann.

Manche Kinder wiederum erwerben zunächst Lese- und Schreibkompetenzen, die sie jedoch später aus verschiedenen Gründen wieder verlernen oder nicht mehr altersgerecht ausbauen. Gründe dafür können mangelnde Förderung, überfordertes Lehrpersonal oder auch Mobbing sein.

Oft spielen allerdings auch persönliche, gesundheitliche oder situative Faktoren eine Rolle: Das kann geschehen, wenn Seh- oder Hörschwierigkeiten (zu) spät erkannt werden oder wenn der frühe Lernprozess durch Krankheit oder häufige Schulwechsel gestört wird.

Wie Sie merken, sind die Lernvoraussetzungen im Kindesalter von hoher Bedeutung für die (Weiter-)Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenzen im Erwachsenenalter.