LEO 2018 Leben mit geringer Literalität


Die Universität Hamburg führte im Jahr 2018 bereits zum zweiten Mal die Level-One Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durch.


Das Wissenschaftsteam um Prof. Dr. Anke Grotlüschen hat in einer einstündigen Befragung Erwachsene mit ausreichenden mündlichen Deutschkenntnissen hinsichtlich ihrer Lese- und Schreibkompetenzen untersucht.


Die Studie unterscheidet vier untere Kompetenzstufen für das Lesen und Schreiben – die sogenannten Alpha-Levels.


Als gering literalisiert werden Erwachsene im Kompetenzbereich der Alpha-Levels 1 bis 3 bezeichnet. Diese Zuschreibung schließt Personen ein, die allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben können. Im Vergleich zur ersten LEO-Studie aus dem Jahr 2010 ist die Anzahl der gering literalisierten Erwachsenen von 7,5 Mio. auf 6,2 Mio. gesunken.


Auf Alpha-Level 4 befinden sich 2018 rund 10,6 Mio. Menschen, deren Lese- und Schreibkompetenzen unter dem Niveau liegen, das zum Ende der Grundschule vorausgesetzt wird. Im Vergleich zu 2010, als diese Zahl sich noch auf 13,3 Mio. belief, ist auch hier eine Verbesserung zu verzeichnen.


Die LEO-Studie untersucht desweiteren die Zusammensetzung der Bevölkerung mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen hinsichtlich Alter, Geschlecht und Herkunft. Sie gibt außerdem wichtige Hinweise darauf, wie sich geringe Literalität auf die Chancen gesellschaftlicher Teilhabe auswirkt.