Was bedeutet „Residenzpflicht“ und was beinhaltet sie?

Grundsätzlich darf sich ein*e Asylsuchende*r für die ersten drei Monate des gestatteten Aufenthaltes in Deutschland nur in dem Bezirk der zuständigen Ausländerbehörde aufhalten (§ 56 AsylG). Will die Person diesen Bezirk vorübergehend verlassen, benötigt diese dafür eine schriftliche Genehmigung der zuständigen Ausländerbehörde

Diese sogenannte Residenzpflicht erlischt grundsätzlich nach Ablauf von drei Monaten (§ 59a I S. 1 AsylG). Ausnahmen bestehen für Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern, die grundsätzlich für die gesamte Dauer ihres Asylverfahrens in Aufnahmeeinrichtungen wohnen (§ 46 Ia AsylG). Flüchtlinge, die Straftaten begangen, Behörden nachweislich getäuscht oder Abschiebungsmaßnahmen vereitelt haben, können auf Grund behördlicher Anordnung verpflichtet werden, sich auch nach Ablauf von drei Monaten nur in einem bestimmten Bezirk aufzuhalten (§ 59b AsylG).