Eingliederung der Kinder in das Schulsystem

Redaktion: Herr Althaus, erklären Sie uns bitte erst einmal, wie die Eingliederung der Kinder in das Schulsystem aussieht. 

Rasmus Althaus: Alle Kinder, die in Deutschland leben, haben – unabhängig vom Aufenthaltsstatus – das Recht und die Pflicht, die Schule zu besuchen. Das Ankommen im deutschen Schulsystem verläuft – mit kleinen Unterschieden von Bundesland zu Bundesland – in drei Phasen. Wie schnell die Kinder diese Phasen durchlaufen, ist individuell unterschiedlich.  

  • In der ersten Phase werden die SchülerInnen in einer sogenannten Willkommensklasse unterrichtet. Hier lernen sie gemeinsam mit anderen MigrantInnen zunächst einmal die Grundlagen der deutschen Sprache und des deutschen Schulsystems kennen. Die Willkommensklassen sind altersgemischt. 
  • In einer zweiten Phase werden die SchülerInnen teilintegriert, das heißt, sie besuchen neben der Willkommensklasse noch den Unterricht in den „normalen“ Regelklassen mit etwa gleichaltrigen deutschen SchülerInnen. Meist sind das zunächst die Fächer Sport, Musik, Kunst oder auch Mathematik, weil die Sprachkenntnisse hier nicht so im Vordergrund stehen. 
  • In einer dritten Phase gehen die geflüchteten Kinder ganz regulär zur Schule, haben aber noch Anspruch auf Förderunterricht und -hilfen wie etwa ein deutsch-deutsches Wörterbuch (Nachteilsausgleich) und die Anerkennung ihrer Muttersprache als Fremdsprache (Feststellungsprüfung). In vielen Bundesländern haben MigrantInnen auch mehr Zeit, um einen Schulabschluss zu erreichen.   
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