Ob ein Herkunftsland als „sicher“ eingestuft wird oder nicht, hat erhebliche Auswirkungen auf das Asylverfahren. Wenn Geflüchtete, die aus einem „sicheren Herkunftsstaat“ kommen, einen Asylantrag in Deutschland stellen, wird dieser also anders behandelt als ein Asylantrag einer Person, deren Heimatland nicht als „sicherer Herkunftsstaat“ gilt. 


„Der Asylantrag von Personen, die aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten kommen, wird in einem beschleunigten Verfahren geprüft. Der Asylantrag wird üblicherweise als „offensichtlich unbegründet” abgelehnt. Das bedeutet, dass man davon ausgeht, dass der oder die Asylsuchende keinen Anspruch auf Schutz hat. Es ist die Aufgabe des einzelnen Antragstellers nachzuweisen, dass – abweichend von der als sicher angenommenen Situation – für ihn oder sie im Herkunftsland Verfolgung droht. Die Einstufung des Herkunftslandes als sicher geht auch mit weiteren, eingeschränkten Rechtsgarantien einher: Zum Beispiel hat der/die betreffende Antragsteller_in lediglich eine Woche Zeit für eine Klage gegen den Ablehnungsbescheid. Außerdem hat diese Klage keine aufschiebende Wirkung: Die Person kann abgeschoben werden, während die Klage noch läuft. Zusätzlich zur Einschränkung des Asylverfahrens hat die Einstufung eines Herkunftslandes als sicher für den Asylsuchenden noch weitere Konsequenzen: So sind die betroffenen Personen gezwungen, für die Dauer des Asylverfahrens in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu wohnen. Sie dürfen außerdem keine Beschäftigung aufnehmen.” 

Autor:  CC BY NC ND 3.0, Dr. Claudia Engelmann für bpb.de
https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/227456/sichere-herkunftslaender  

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