Geflüchtete, die in Deutschland angekommen sind, haben oft den Wunsch, bald einen Job zu finden, mit dem sie sich selbst und eventuell die Familie vor Ort oder im Heimatland ernähren können. Doch der Zugang von Geflüchteten zu Ausbildung und Beschäftigung ist vielfältig geregelt und hängt vom jeweiligen Aufenthaltsstatus ab:

1. Asylberechtigte Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis haben uneingeschränkten Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Als anerkannte Flüchtlinge sind sie deutschen Arbeitnehmer*innen weitestgehend gleichgestellt.

2. Asylbewerber *innen mit einer Aufenthaltsgestattung und geduldete Personen benötigen für die Aufnahme einer Arbeitsstelle oder einer betrieblichen Ausbildungsstelle immer eine Genehmigung der zuständigen Ausländerbehörde. Dies gilt auch bei einer geringfügigen Beschäftigung (sogenannte Minijobs), einer Beschäftigung in einem Zeitarbeitsunternehmen und bei den meisten Praktikumsstellen. Keine Genehmigung ist bei schulischen Ausbildungen erforderlich.

In der Regel kann die Genehmigung der Ausländerbehörde nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden. Diese prüft auf Grundlage der Stellenbeschreibung die Beschäftigungsbedingungen, da geflüchtete Menschen nicht zu schlechteren Konditionen beschäftigt werden dürfen als vergleichbare inländische Arbeitnehmer*innen.

Auf die Vorrangprüfung wird seit August 2019 bundesweit einheitlich verzichtet. Ausgenommen von der Zustimmung der Agentur für Arbeit sind unter anderem Berufsausbildungen in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf sowie Praktika zur Berufsorientierung. Nach einem vierjährigen Voraufenthalt kann Personen mit Aufenthaltsgestattung und Duldung eine allgemeine Beschäftigungserlaubnis für jede Tätigkeit erteilt werden.

3. Ein Beschäftigungsverbot gilt für Geflüchtete

  • während der Wartefrist (drei Monate ab Ausstellung des Ankunftsnachweises der Asylantragsstellung oder ab Erteilung der Duldung).
  • während sie verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen.
  • wenn sie aus einem sicheren Herkunftsland stammen (derzeit neben den Mitgliedsstaaten der EU: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien) und der Asylantrag nach dem 31.08.2015 gestellt wurde.
Wie lässt sich schnell ermitteln, ob ein geflüchteter Mensch arbeiten darf? Ob eine geflüchtete Person arbeiten darf, geht aus seinem Aufenthaltsdokument hervor. Hier findet sich einer der folgenden Vermerke:
● Erwerbstätigkeit gestattet
● Erwerbstätigkeit nur mit Genehmigung der Ausländerbehörde gestattet
● Erwerbstätigkeit nicht gestattet
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.