Fallbeispiel Farida

Junge Frau mit marokkanischen Wurzeln / erzählt aus der Perspektive ihrer Lehrerin  

„Ich lernte Farida kennen, als sie im Alter von 15 Jahren zu uns auf die Schule wechselte. Ihre Familie war sehr gläubig und kam ursprünglich aus Marokko. Hier im Wedding hatten sie kaum Kontakt zu Deutschen. Ich erlebte Farida als ein ernsthaftes, in sich gekehrtes Mädchen. Sie lachte nur selten. Einen Hidschab trug sie von Anfang an, so wie viele Mädchen aus muslimischen Familien hier im Wedding. Soweit ich es mitbekam, war ihre Mutter recht streng, sie durfte z.B. nach der Schule nicht draußen mit ihren Freundinnen spielen, ihr jüngerer Bruder Malik schon. Auch musste sie sehr viel im Haushalt helfen, soweit ich das mitbekam. 

Einmal hörte ich auf dem Schulhof, wie eine Freundin sie fragte, ob sie das nicht ungerecht findet. Farida zuckte mit den Schultern und antwortete: „Warum sollte ich? Bei uns ist das so“. Ich hatte aber schon das Gefühl, dass sie das ungerecht fand, dass ihr Bruder mehr durfte als sie. 

Farida veränderte sich, als Asifa vor zwei Jahren auf unsere Schule kam. Asifa hatte somalische Wurzeln und beeindruckte Farida offenbar mit ihrer strengen Gläubigkeit. Sie war sehr selbstbewusst und ließ sich von niemandem etwas sagen, auch nicht von gleichaltrigen Jungs…"

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