Meine Rolle als Pat*in

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Pat*innen kennen wir von Taufen und aus amerikanischen Gangsterfilmen. Und jetzt auch aus dem Ehrenamt? Warum eigentlich nicht – schließlich übernehmen wir ein Stück Verantwortung und sind Ansprechperson in wichtigen Lebenslagen.

Voraussetzungen

Die Rolle als Pat*in könnte etwas für Sie sein, wenn...

Sie schon ein spannendes Projekt oder Mitstreiter*innen gefunden haben // Sie sich bei einem Thema gut auskennen // Sie nicht immer zur Verfügung stehen können  

Im Gespräch: Rolle der Pat*in

Wir haben ein Gespräch mit Jan von Grenzenlose Wärme geführt. Dieses studentische Hilfsprojekt bildet für mittlerweile 25 Studierende den Rahmen für ihr ehrenamtliches Engagement. Entstanden durch das Eigenengagement der Studierenden, haben diese mittlerweile drei Hilfstransporte realisiert, bei denen Hilfsgüter und engagierte Studierende nach Thessaloniki in Nordgriechenland gebracht  wurden. Gezielt wurden dort Geflüchtete und andere aktive Organisationen unterstützt. Finanziert wird das Projekt durch Privatspenden, damit auch  Kraftstoff für den Transporter zur Verfügung steht.

Abgrenzung: Zeit

Die Rolle des/der Pat*in ist nicht immer klar umrissen. Wir können  einiges mit dieser Rolle assoziieren, und genau dieses kann diese Rolle  so kompliziert machen. Denn welche Erwartungen möchte ich erfüllen, wenn  diese nicht klar auf dem Tisch liegen? Daher gilt es, sich der  Erwartungen zu vergegenwärtigen. Nur was ich mit Klarheit fülle, kann ich klar erfüllen.

Es gibt unterschiedliche Wege, die eigene Rolle als Pat*in zu bestimmen; dies geschieht auch durch eine Abgrenzung. Achten Sie darauf, wie Jan aus dem obigen Interview seine Rolle definiert. Er ist Ansprechpartner für alles – doch dieses kann auf lange Sicht überfordern. Und genau hier kommt Jans Abgrenzung zur Geltung: Er begrenzt sein Engagement zeitlich! Für seine Reise nach Griechenland gibt es einen klaren Anfangspunkt und einen klaren Endpunkt. Dort kann er sich mit vollem Engagement in seine Aufgaben stürzen und Vollgas geben. Gerade im Wissen darum, dass die Aktivität nur einen gewissen Zeitraum umspannt, kann er voll involviert tätig sein. Danach gewinnt Jan die Distanz, um sich um andere Dinge zu kümmern, Erlebtes einzuordnen und gemeinsam Neues zu planen.

Verteilte Verantwortung: Gruppenanbindung

Und an dieser Stelle greift Jans zweite Weise, in der er sein Engagement definiert: Er macht es nicht alleine. Als Teil einer größeren Gruppe von Engagierten bespricht er sich mit anderen, die seine Intention teilen und sich ebenfalls engagieren wollen. So kann er sich, wenn er möchte, auch zurückziehen und sich auf andere Herausforderungen konzentrieren – und das ganz ohne schlechtes Gewissen! Denn schließlich sind sie viele.  

Praxisbeispiel: In der Bildhauerei mit Astrid aus Homburg

In der Reihe "Gemeinsam unterwegs" berichtet das Ehrenamtsportal über Ehrenamtliche und ihr Engagement. Dieses Mal zeigen wir Astrid Hilt, Bildhauermeisterin aus Homburg, und Meyhan, der bei Astrid seine Ausbildung zum Steinmetz macht. Astrid hat uns zu sich in den Formenpark (http://der-formenpark.de/) eingeladen und uns unter anderem mehr über die Schwierigkeiten erzählt, auf die sie bei Ämtern und Behörden gestoßen ist.

Video Preview

Sie haben die Rolle der Pat*in nun ein  wenig kennengelernt. Was können Sie als Hintergrundinformationen für  Ihre ehrenamtliche Tätigkeit mitnehmen?

► Die Rolle als Pat*in ist nicht immer klar definiert – das kann die Dinge verkomplizieren.
► Eine klare Definition der Rolle als Pat*in hilft in der Erwartungshaltung – sowohl auf Seiten der Ehrenamtlichen als auch der Geflüchteten.
► Die eigene Rolle kann sowohl inhaltlich als auch zeitlich begrenzt werden.
► Als Teil einer größeren Gruppe können Aktivitäten gemeinsam geschultert werden.


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Wie begrenzt die Steinmetzin Astrid Hilt ihr Engagement? Schauen Sie sich das Video an und finden Sie heraus, wie hier Verantwortung aufgeteilt wird. Welche Weisen der sinnvollen Ehrenamtsbegrenzung nutzen Sie in Ihrer eigenen ehrenamtlichen Tätigkeit?

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